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Day: September 30, 2008

Fotos

Fotos

Wir haben hier in Novosibirsk zwar super schnelles Internet, jedoch zahlen wir nach Transfervolumen (50MB = 150RUB). Wenn wir morgen noch Volumen haben, dann laden wir Fotos hoch… ansonst … später 🙂

Novosibirsk #1

Novosibirsk #1

Vorwort: Da wir uns in der Zeitplanung etwas verhaut haben (3 statt 2 Nächte in Novosibirsk) haben wir genug Zeit Blogeinträge zu schreiben 🙂 Deshalb werden diese etwas umfangreicher ausfallen 🙂

Wir sind jetzt in Novosibirsk angekommen und haben in unserem Hotel (“Hotel Centralnaya”) eingecheckt. Das Hotel macht einen guten Eindruck, die Zimmer können da nicht mithalten. Dusche und WC am Gang, das Bett ist ca. 70cm breit (sind die Russen kleiner als wir restl. Europäern?), aber für gut €17 Tag passts.
Novosibirsk unterscheidet sich eindeutig von Moskau. Es sieht schon viel “normaler” aus. Die teuren Autos sind in der Minderheit, die Leute sehen nicht mehr so aus als wären sie dem Laufsteg entsprungen und auch die Lebensmittelpreise kommen auf den Boden zurück. Beispiele: simples Weckerl: 8.5 RUB (!!!), Nutella (630g): 227 RUB, Mineral 2lt: 40 RUB, Blend-a-med: 35 RUB (< €1 !). Den Supermarkt den wir hier gefunden haben, ist richtig toll. Erinnert mich an den Spar Teubenbacher (Größe und Qualität). Es gibt sogar Schärdinger Traungoldkäse (um rund 250RUB für 200g) :-))

Wir waren heute in Akademgorodok, einer Universitätsstadt, ca. 30km von Novosibirsk entfernt. Hier haben die Sowiejtplaner versucht eine Stadt der Intellektuellen zu schaffen. Zur Besten Zeit haben dort ca. 30 000 Leute gelebt um hauptsächlich an der Uni zu arbeiten bzw. zu studieren. Heute ist die Uni noch immer von großer Bedeutung für Sibirien. Wir hatten das Glück auf dem Weg dorthin eine Professorin (für Informations Visualisierung) kennenzulernen, die uns an den Sicherheitsposten vorbei in die Uni gebracht hat. Diese haben wir uns kurz angeschaut und sind dann im Ort Essen gegangen. Akademgorodok liegt u.a. auch am Fluss OB (wie eben auch Novosibirsk), der dort eine Bucht formt (genannt Ob Sea) mit einem tollen Sandstrand. Wer jedoch bei den Temperaturen schwimmen gehen will, ist mir ein Rätsel… (hab gelesen dort gibt es bis zu -35° im Winter!) Der Ort ist im Sommer sicher sympathisch. Eine Unmenge an kleinen Wäldern zieren den Ort (vor allem Birken), die kleine Wege beinhalten. Dort sind wir etwas spazieren gegangen.

Apropos Winter: wir haben den ersten Schnee gesehen. Und zwar in der Gegend um Perm. Und heute hat es sogar die ersten Schneeflocken in Novosibirsk gegeben! Im Moment hat es so ca. 4° hier (bewölkt und windig).

Beobachtungen:

  • Das McDonalds und KFC (Kentucky Fried Chicken) weltweit 1a Sanitäranlagen haben, stimmt hier in Russland (bis jetzt). Ich füge jetzt das “Travellers Cafe” hinzu. Hier ist das eine essentielle Information, warum? Falls man hier ein WC ohne Klobrille findet ist das durchaus Absicht. Warum ist mir nicht klar. Ist aber sicher ein gutes Oberschenkeltrainung. Bei den “fortgeschrittenen” WCs gibts auch noch links und rechts von der Kloschuessel eine Stufe zum Raufsteigen. Ich bin von dem nicht so ganz begeistert und geh lieber in ein nettes Cafe, drink einen Espresso und passt 🙂 Nebeneffekt: wir haben dort auch Internet! (150 RUB fuer 50MB – nix mit gratis).
  • Für ganz Ungeduldige gibt es hier teilweise Ampel mit Wartezeitanzeige. Während der Grünphase zeigen diese auch die Zeit bis zum Ende dieser an. Cool 🙂
  • Brautmode in Russland ist sowieso ganz speziell (siehe Fotos)…

PS: KFC ist schei**e.

Moskau – Novosibirsk

Moskau – Novosibirsk

Die Zugfahrt von Moskau nach Novosibirsk dauert (je nach Zug) gut 46 Stunden. Wir haben uns 2 Betten in einem 4er Abteil reserviert. Die junge Provodniza (Zugbegleiterin) hat diesmal auch Schwierigkeiten unser Zugticket zu verstehen. Nach Rueckfragen bei ihrer aelteren Kollegin passt jedoch alles. Mit unseren 2 Ruecksaecken koennten wir locker das ganze Abteil alleine vollstellen. Da aber noch 2 Personen kommen, haben wir gut geschlichtet und im Endeffekt kommen die 2 Ruecksaecke und 2 Taschen (+ div. Kleinkarm) von uns vieren perfekt unter. Die Konstrukteure dieser Zugwagen haben da echt gezaubert 🙂

Jeder Zugwaggon hat, neben den Schlafabteilen, noch 2 WCs und einen Heisswasserspender (~100°C, gratis, am Gang) an Board. Das heiße Wasser bietet eine enorme Möglichkeit sich zu versorgen: Tee, Kaffee, Suppen, Fertignudeln (vor allem chinesische Varianten), etc. Andere Dinge, wie z.B. div. Getränke, Gebäck, Wurst, Fisch (!), sogar gekochte Speisen, kann man während eines längeren Stops (großer Bahnhof wie Perm, Omsk, Tymen) von den Händlern am Bahnsteig erwerben. Beispiele: 2 suesse Weckerl: 30 RUB (90 Cent), 0.5lt Bier 40 RUB (1.05 EUR).

Unsere beiden Mitreisenden waren sehr angenehm. Die etwas ältere Dame (ca. 50 Jahre) hat ca. 3 Wörter Englisch gekonnt, der junge Bursche (ca. 25 J., zuerst im pippifein angezogen im Sakko, dann in Jogginghose) gar nix. Er war zwar 4 Jahre in Deutschland kann aber trotzdem keinen Brocken Deutsch. Wir haben uns trotzdem gut verstanden.

Jeden Tag wurde der Waggon von den beiden Provodnizas zwei Mal gereinigt. Die Abteile und der Gang staubgesaugt, Klo etc. geputzt. Auch hat jeden Morgen die jungen Provodniza gefragt ob wir Tee oder Kaffee haben wollen. Am Anfang hat sie uns auf russisch gefragt (was wir nur mit einem Schulterzucken und einem Lächeln beantwortet haben), am Schluss hat sie das dann aber auch auf Englisch gekonnt 🙂 (“Good Morning”, “Tea? Coffee?”)

Mit jedem Kilometer ostwärts verändert sich die Landschaft zusehends. Die Besiedelungsdichte nimmt ab, die Birkenpopulation zu. Wir haben bei KM 1777 die Grenze Europa/Asien überquert. Sehr eindrucksvoll, dieser 1.5 Meter hohe Steinobelisk (den wir fast übersehen haben)…
Das Leben (besser das Wohnen) ist nichts für uns: die Hütten mit ca. 20qm Grundfläche und Klo irgendwo am Grundstück fristen ein doch armseliges darsein. Da lernt man unsere Wohnstandard erst richtig zu schätzen!

Moskau #3

Moskau #3

Am letzten Tag in Moskau haben wir den Kremel (“Kremlin”) besichtigt. Im Prinzip ist ein Kremel eine Ringburg, die es in vielen, alten, russischen Städten gibt. Der Moskauer Kremel ist aufgrund des russischen Regierungssitzes so berühmt. Auszerdem gibts dort jede Menge Kirchen (>10?). Dank ISIC Card (Studentenausweis) sind wir um unglaublich günstige 50 RUB (~ 1.5EUR) reingekommen. Inkl. Fotopauschale 🙂 (Normalerweise kostet der Eintritt 300 RUB und 50 RUB Fotopauschale.) Der Kremel ist beeindruckend. Im Kremel gibt es eben jede Menge historischer Gebäude, wobei viele zu besichtigen sind. Manche beinhalten auch Austellungen (z.B. Britische Mode der viktorianischen Epoche, Schmuck von irgendeinem Italiener). Die Armory Tour (Waffensammlung) war leider ausgebucht 🙁

Nachdem wir den Kremel besichtigt haben, sind wir ins Hostel zurück. Igor (der Hostelmanager) hat uns bei der Rückkehr erzählt das heute das russische Staatsfernsehen da war und das Hostel gefilmt hat. Er haet uns gerne fuer ein Interview da gehabt, tja…

Mit etwas Glück haben wir es zu unserem Zug geschafft. Moskau hat 9 Bahnhöfe. Der für uns wichtige (“Iaroslavskaya”) liegt am selben Platz wie 2 andere. Von der Metrostation rausgegangen findet man sich auf einem Gelände wieder, wo es zugeht wie am Wiener Prater zu seiner Höchstzeit. Standl um Standl, Unmengen an Menschen und kein Plan. Wir haben einfach das erste Gebäude genommen das aussah wie ein Bahnhof. Dort wurde uns (dank Zugticket) auch gleich der richtige Weg gewiesen… Ich bin froh, dass wir alle Tickets in Österreich gekauft haben. Dort ein Ticket zu kaufen ist ohne russisch Kenntnise fast unmöglich.