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Day: October 7, 2008

Irkutsk

Irkutsk

Irkutsk ist eine etwas kleinere Stadt (ca. 690 000 Einwohner) und liegt am Angara Fluss. Dieser ist der einzige Fluss, der aus dem Baikalsee abfliesst. Lt. unserem Reisefuehrer STEIGT der Wasserstand am See (aufgrund eines Stausees, wo weisz ich nicht).

Wir sind am 03.10. um knapp nach 6 Uhr frueh (Ortszeit) mit dem Zug in Irkutsk angekommen. Das Hostel (Downtown Hostel, sehr empfehlenswert) haben wir auch gleich gefunden (ca. 15 Minuten Gehzeit vom Bahnhof). Wir duerften die Hausdame (Rezeptionistin?) aufgeweckt haben 🙂 aber sie war sehr nett, hat uns Bettwaesche und Handtuecher gegeben und uns gezeigt wo es Fruehstueck gibt. Super 🙂 Nutellabrot und Kaffee um halb 7! Das Hostel ist im Prinzip eine Wohnung in einem Apartmentblock, hat 2 Zimmer mit je 6 Betten, Küche, Vorraum, Bad/WC und noch ein Internetzimmer. Um 500RUB (ca. 14EUR) p.P / Nacht wars für Russland günstig.

Irkutskt hat uns ganz gut gefallen. Der kompakte Ortkern macht herumspazieren einfach. Vieles ist neu (Gehwege, Strasse, Haeuser) bzw. es wird gerade gebaut. So haben wir uns den Pl. Lenina (diesen Platz und die Ul. Lenina gibts so ca. in jeder russischen Stadt) angesehen, inkl. wunderschoenen Park. Den chinesischen Markt haben wir besucht – wo man MP3 CDs mit den Hits der letzten 40 Jahre gaaaanz legal natürlich kaufen kann – und so herum.

Wir haben uns ja leider in der Zeitplanung vertan: urspruenglich wollten wir 3 Tage in Irkutsk bleiben und nur 2 in Novosibirsk. So waren es dann leider nur 2 Tage in Irkuskt, was natuerlich viel zu wenig ist um einen Ausflug auf die Insel Olukhin (?) zu machen, welche die einzige Insel im Baikalsee ist. Einige Traveller die wir im Hostel kennengelernt haben, waren bzw. sind auf den Weg dorthin. Schade, bei uns hat es nur für einen Ausflug nach Lisvyanka gereicht, einem Ort am Seeufer.

Wir sind mit einem Minibus die rund 70km zum See gefahren (100RUB p.P und Strecke). Wie schon am Tag davor, tolles Wetter! Nur sonnig, im Gegensatz zum Wetterbericht der Regen und Wolken vorhergesagt hat…

Der See ist wirklich riesig! Ob er wirklich der größte Süsswassersee der Welt ist, oder ob das die großen Seen in den USA sind, kann ich nicht verifizieren. Lt. Reiseführer ist er das…

Russische Eigenheiten

Russische Eigenheiten

Einige Beobachtung habe ich bereits in einem anderen Posting geschrieben. Hier noch ein paar weitere:

Freundlichkeit: ob es am Trinkwasser, am Kommunismus oder an den Genen liegt, kaum jemand (<1% der Leute die man so in der Stadt sieht) lächelt. Jeder macht ein Gesicht, als hät er eine Dauerverstopfung. Auch unser Provodnik (Zugbegleiter) erinnert mich an den russischen Bösewicht aus dem James Bond “Die Welt ist nicht genug”.

Effizienz: Minibusse, wie der um von Irkutsk zum Lake Baikal zu kommen, sind genial. Es passen ca. 10 -12 Leute rein, und sobald der Bus voll ist (was an einem sonnigen Samstag sehr schnell geht) fährt er los. Es gibt weder einen Zeitplan noch eine fixe Liste von Haltestellen. Aber trotz einer Fahrzeit von gut 60 Minuten pro Strecke, haben wir nach 10 Minuten warten an der Endhaltestelle zwei Sitzplätze ergattert. Einsteigen, mitfahren und sich melden wenn man rauswill. Sieht man einen Minibus: Arm hoch, winken und einsteigen. Genial einfach! Aja, das ist nicht nur auf dieser vllt. eher mehr touristischen Route zum Baikalsee so (auch wenn wir die einzigen nicht Russen waren) – auch Routen in die unterschiedlichsten Himmelsrichtungen funktionieren gleich. Der Grund: Autos dürfte sich die Mehrheit der Bevökerung nicht leisten könnnen und so ist der öffentliche Nahverkehr essentiell. Bei uns würds aufgrund der Faulheit der Leute nicht klappen …

Bedienung im Restaurant: Wir waren erst in wenigen Restaurants essen. Eher wegen der Preise.. aber es gibt ein Schema: Wenn man sich setzt, wird man erstmal ignoriert. 10 Minuten. Oder länger. Wenn man dann die Speisekarte erhält, wird die gesamte Liste was man sich ausgesucht hat (Vor- und Hauptspeise, Getränke) aufgenommen. Wer jetzt unser System gewöhnt ist, wird überrascht werden: zuerst die Vorspeise, dann sofort die Hauptspeise und wennst Glück hast, irgendwo dazwischen die Getränke. In Irkutsk mussten wir auch gar nicht lange warten und bekamen gleich nach dem Essen die Rechnung. Ohne was zu sagen. Ich denke, die haben uns nicht so gern gehabt… (dafür wars Essen super!)

Zug: Nachdem wir jetzt einige Teilstrecken gefahren sind, können wir zwei Arten von Provodnizas/Provodniks unterscheiden: Die Tiefkühler und die Heizer. Die Vertreter der ersten Spezies, passen das Transportgut (Passagiere) den Aussentemperaturen an: 10°. Dank Deckenkühlung wird im Herbst der Waggon auf möglichst ungemütliche Temperaturen gebracht. Ganz im Gegensatz dazu, die Heizer: 22° sind genug? Nicht bei uns! Hier können Sie die Herbstlandschaft in Unterhose und Schlapfen beobachten! Während draussen der See zufriert, sitzt Mann (und Frau) mit möglichst wenig Bekleidung im Kompartement und schwitzt. Da ist niemand verwundert, warum man nicht nach draussen sieht… wenn die Fensterscheiben anlaufen… *schwitz*