Browsed by
Day: October 11, 2008

Haerbin – Beijing

Haerbin – Beijing

In Haerbin angekommen haben wir zuerst mal einen KFC (aufgrund der Hoffnung eines gescheiten Klo’s…) aufgesucht. Aber auch hier ist es fuer uns Europaeer sonderbar: im Klo stehen zwei am Pisoar, dahinter raucht einer und der andere guckt den Pissern zu. Zwischendurch spuckt der Raucher den Pissenden zwischen den Füßen etc… (Ich bin froh gute, hohe Schuhe zu haben). Mich wunderts nicht wenn die alle 15 Minuten Putzintervalle haben.

Der Bahnhof ist schon mal toll: Gepäcksaufbewahrung (sauteuer, 60 CNY fuer beide Rucksäcke), Internetcafe und Leute die uns weiterhelfen. Tickets kaufen ist zwar noch immer nicht “easy” aber wir lernen dazu 🙂 Danke an Nina fuer das kleine, schwarze Moleskin-Bücherl! Hier schreiben wir unsere Anweisungen, Wünsche, etc. rein und zeigen es den Leuen (Taxifahrer, Ticketverkaeufer). Das klappt super! So haben wir recht leicht unser Ticket Haerbin -> Beijing erstanden (281CNY p.P., 1200km). Bis zur Abfahrt um 15:38 haben wir also noch genug Zeit gehabt. Wir haben chinesisches Fastfood probiert (mit Reis, Sauce und Fleisch), einen Foodmarket besichtigt, ein RIESEN Einkaufscenter NUR mit Schuhen angschaut, etc. T-Shirts um 50CNY (5EUR) und Schuhe (Nike, eh klar *g* um 9EUR).

Es wird auszerdem viel billiger als Russland. Essen? Wenige CNY (fuer zwei Leute meist unter 30CNY das sind rund 3,2 EUR). Bier? 4 CNY. 18 Stk. Wrigleys Airwaves? 5 CNY. Supa! 🙂

Als es Zeit für den Zug wurde, sind wir wieder zum Bahnhof gegangen, Gepäck geholt und wollten zum Warteraum. (Groß angeschrieben). Dort wurden wir aber weggeschickt (??) und sind dann in den VIP Warteraum eingewiesen worden (Cool!). Kartentyp: Soft-Seat. Sehr bequem, super Behandlung, im Vergleich zu Österreich günstig. Der Zug erinnert an den ICE der DB und ist mit 237 km/h Spitze auch wirklich “EXPRESS”. Ein Flugzeug auf Schienen 🙂 Es gibt 5 Sitze pro Reihe, wir haben die vorderste Reihe gehabt und neben uns waren noch 3 Chinesen.

Conny und ich haben die Zeit (rund 8 Stunden fuer 1200km) genutzt um etwas Chinesisch zu lernen. Das hat unser Sitznachbar lustig gefunden und uns geholfen – vor allem mit der Ausprache. Dann gings ans Essen (wir haben ja vorher schon gegessen und daher keine Jause mitgehabt). Unser Nachbar uns seine 2 Freunde haben richtig viel eingekauft und sich gefreut uns immer wieder etwas anzubieten. So haben wir Tomaten, Gurken, eingelegte Eier, etc, bekommen. Lecker! (Aber danach einen großen Schluck Whiskey zum desinfizieren). Und so zwischendurch immer wieder etwas Nachhilfe in Chinesisch. So war die Zugfahrt lustig und auch entspannend.

Um 23:33 sind wir in Beijing angekommen und haben dank Taxi (18CNY) rasch das Hostel gefunden. (Tipp: einen Chinesen bitten die Adresse in Pidgyn oder von der Karte in großen Zeichen auf einen Zettel schreiben lassen, Taxifahrer kapieren das gleich und man kommt ans richtige Ziel! Selbst die Zeichen abmalen ist für uns fast unmöglich…)

Das Hostel ist toll. Eigentlich ein Hotel, allerdings 4 140cm Betten in einem Raum und shared Bathroom. Egal, Dusche und WC sind Western-Style (also kein Plumpsklo) und sehr sauber. Für ganze 50CNY pro Nacht und Person (keine 5.3 EUR)! Wir können somit das Wangfujing Youth Hostel wärmstens weiterempfehlen.

Nach gut 48 Stunden Transfer von Vladivostok nach Beijing endlich Duschen, Klamotten tauschen und bequem schlafen – yeah! 🙂

Vladivostok – Suifenhe – Haerbin

Vladivostok – Suifenhe – Haerbin

Nach einer etwas schlecht geschlafenen Nacht (man höhrt im 7. Stock Wind und Regen extrem laut…) sind wir um knapp vor 3 Uhr früh aufgestanden, Sachen gepackt und gemerkt das es recht stark regnete. Bevor wir jetzt klatschnass durch das nächtliche Vladivostok latschen haben wir uns via Rezeption ein Taxi besorgt. 200RUB für 5 Minuten Fahrt, aber egal. Genau wie wir zum Taxi raus sind, hats natürlich zum Regnen aufgehört… Naja.

Der Bus war pünktlich um 04:00 am Hauptplatz von Vladivostok, hat uns aufgeklaubt und ab gings Richtung China. Zumindest die ersten 4 Stunden Fahrt gingen gerade aus Richtung China wo wir aber kurz vor der Grenze in einen anderen Bus umgeladen wurden (gut eine Stunde gewartet…) dann weiter zur Grenze. Dort haben wir auf Godot und seinen Bruder gewartet (2 Stunden) bis die Russen uns bis unter die Haut durchgecheckt haben. Viele österreichische Pässe haben die dort sicher noch nicht gesehen. Entweder waren beide Beamten so beeindruckt von den Sicherheitsmerkmalen unser Pässe oder haben geglaubt die sind gefälscht. Unsere russischen Mitreisenden waren in ca. 30 Sekunden durch; wir hingegen .. 10 Minuten? Da wurde unser “Reiseleiter” schon nervös 🙂

Lustig: Bei der AUSREISE wurde unser Gepäck (und wir auch) wie am Flughafen geröngt, inspiziert, nach Devisen und sonstigen gefragt etc. Bei der Einreise – njet. Aber russische Logik halt.

Als “Geschenk” haben wir den Grenzbeamten einen Saustall hinterlassen der beim Röntgen unseres Lebensmittelsackerls passiert ist *hr hr hr* (Nescafeglas zu Bruch gegangen – selbst schuld wenn die nix aufpassen).

Dann gings 5km mit dem Bus zum chinesischen Gegenstück. Wenn die Russen den Rekord für Misslaunisch halten, dann sind die Chinesen das Gegenteil. Freundlich, zuvorkommend, etwas Englisch und vor allem: Lustig! Der hatte einen Spass das wir aus Austria kamen (nix AustrALia – No cangaroos but Mozart!) Da gings im flotten Temp durch – keine Gesundheitsbestätigung oder so, nur ein Arrival Wisch..

Weiter im Bus nach Suifen he, der nächsten Stadt in China. Oder besser gesagt: ein russisches Shoppingcenter. Wir wurden irgendwo abgeladen und mussten erstmal den Bahnhof finden. Chinesen sprechen auch net unbedingt Englisch aber ein junges Pärrchen hat kapiert das wir zum Bahnhof wollen, einen Taxifahrer herbeigewunken und los gings! 20 CNY ärmer (gut, erste Touristentaxe…) aber wir waren am Bahnhof.

Ticketkaufen? Tja.. viel Glück und wir haben einen Hard sleeper nach Harbin bekommen. Der Zug ging erst am Abend (21:28) aber wir waren schon um 10:30 dort – bloed. Da es am Bahnhof auch keine Gepäckaufbewahrung gibt, sind wir mit Sack&Pack durch die Stadt gewandert auf der Suche nach was essbarem. Soll ja in China nicht schwer sein 🙂

Conny hat dann auch gleich ein Restaurant (oder was auch immer) mit einer Menge Chinesen drin gefunden, mit der bewährten “The same!!” *fuchtel und herumzeig* Technik was bestellt und Ich hab meine ersten Chopstick Erfahrungen gemacht. War cool 🙂 (Und einfach!) Fazit: Für ne Kanne Tee, 2mal großes Teller mit Futter und 2 Schalen Reis haben wir 20CNY – gerade mal 2,1 EUR gezahlt! Unglaublich 🙂

Da mit 20kg am Rücken und 10kg vorne (Daypack) durch die Stadt spazieren nicht lustig ist, haben wir uns in die Wartehalle gesetzt. Übermüdet hat die Kälte in der Halle uns bis auf die Knochen durchgefroren das Conny sogar die Skiunterwäsche ausgepackt hat. Insgesammt haben wir dann noch gut 10 Stunden in der Halle gewartet. Eine Quelle hat mal geschrieben, dass ein Traveller 10-20% seiner Reise wartend verbringt .. dann glaub ich das jetzt! Erfreut und müde haben wir dann unseren Hard sleeper (3 Betten je Reihe, 22 Reihen je Waggon) bezogen. Mit einer Unmenge an Chinesen und deren Gewohnheiten…

Gewohnheiten? Ich verstehe es wenn eine Stadt wie Beijing 50CNY Strafe auf Spucken einführt. Was die Chinesen in den “Provinzen” herumspucken stellt jeden Cowboyfilm in den Schatten. Frequenz beim Spazierengehen: 1mal “aufziehen – raeuspern – rausspucken” alle 30 Sekunden. Dazu hemmungsloses Rülpsen, Furzen oder Niesen.

Apropos Zug: Wir sind ja gut 10 Stunden in der Bahnhofshalle gesessen. Ein lokaler Zug (irgendwo hin) um 19:58 und die Halle wird so ab 18:00 immer voller und voller. So ca. 30 Minuten vor Abfahrt kommt Bewegung in die Massen: immer mehr Leute drängen von draussen in die Halle, es bildet sich eine riesen Warteschlange und diese Strömen auf den Bahnsteig (im Gegensatz zu Österreich darf man nur mit gültigen Ticket auf den Bahnsteig). Gut 200 Menschen oder mehr… Conny hats a bisserl mit der Angst zu tun bekommen 🙂 Jedoch war unser Zug zwar gut ausgebucht aber weitaus weniger Leute…

Im Zug kamen wir in den Genuss des vollen Programmes chinesischer Gewohnheiten. Connys Gegenüber im Hardsleeper furzte im 5 Minuten Takt, dazu dauerndes Spucken irgendwohin… man wird es gewohnt.

Schlussendlich sind wir nach einer gut durchschlafenen Nacht in Haerbin angekommen.