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Day: December 14, 2008

Vang Vieng, oder: Same same but different!

Vang Vieng, oder: Same same but different!

Der Trip von Phonesavan nach Vang Vieng fuehrt wieder stundenlang durch die wunderschoene Bergwelt von Laos. Trotz der Versprechungen “VIP Bus” und “super bequem” (never trust a Lao…) landen wir im Public Bus dafuer in der 1. Reihe.

Puenktlich starten wir in Phonesavan. Nach ein paar Minuten Fahrt, faengt eines der 3 Kinder an Bord an zu schreien. Kurze Zeit spaeter stimmt ein zweites und dann das dritte ein. Toll, 6 Stunden Nerventerror? Nun, nach einer halben Stunde wirds jemanden zu bunt und es wird schnell still… hrm?

Bald schlaeft Conny – wie immer – so wird ihr wenigstens nicht uebel. In den Wachphasen hoert man immer wieder ein “Oh..!”, “Schau!” .. “Geil!”.. von ihr πŸ™‚ So windet sich die Strasse wieder auf die “Reisehoehe” von rund 1800 Meter. Die teilweise extremen Kurven (es gibt in Laos keine Bruecken und die Strasse folgt dem Verlauf des Bergruecken zu ca. 99%) haben zur Folge, dass unsere laotischen Mitreisenden bald nach Plastiksackerl verlangen. Obs die Hoehe ist oder einfach nur langes Stillsitzen, aber die Spuck- und Kotzrate steigt rapide an. Teilweise hoert man es im 10 Sekunden Takt: Raeuspern – Aufziehen – Schlatz! Mjam! Da schmecken die Bananen gleich viel besser… Dazu noch etwas Speiberei (tja, Strafe…) – bin ich froh das wir “Bergfest” sind πŸ™‚

Die Zeit vergeht echt schnell und wir landen gegen 14:30 in Vang Vieng. Leider zu spaet zum Tuben! Unterkunft haben wir danke unseren australischen Bekannten auch gleich bekommen (sprich: wir fahren mal mit ob das Maylin GH noch ein Zimmer fuer uns hat) und so bekommen wir ein kleines Zimmer fuer 50.000 KIP in einer recht angenehmen Gegend.

Vang Vieng, ist same same wie der Rest von Laos. But different: eine Unmenge von Backpacker haben hier ihr Domizil gefunden und so reihen sich Bar an Bar, die kleine Insel im Fluss, der Vang Vieng in 2 Teile trennt, besteht aus 5 Open-Air Discos. Und nicht zu vergessen: Tubing! Abseits von Partytime hat Vang Vieng noch etwas zu bieten was vom ersten Moment an beeindruckt: Karstberge (Limestone), Hoehlen und eine wunderschoene Natur!

Am ersten Abend treffen wir in einer Bar einen Franzosen (Expat) der seit gut 10 Jahren hier lebt. Sein Beruf als Photograph und Filmer fuehrt ihn durch Laos. Spaeter kommt eine Freundin von Ihm dazu, die einen Report ueber Drogen in Vang Vieng drehen will. Da wir keine passenden Versuchskaninchen sind (Happy Shakes in VV fuer 1-2EUR extra! No problem…) macht sie sich auf die Suche nach anderen Opfern… wir wechseln den Ort. Und landen in einer Simpson-Bar. Welche erfrischende Abwechslung von den ganzen Friends-Bars. Was eine Simpson Bar ausmacht? Nun, 2 TVs und nur Simpsonfolgen! Juhu πŸ™‚

Am naechsten Tag haben wir eine Tour fuer Caveing und Tubing gebucht. Puenktlich um 09:00 laotischer-Tourzeit (sprich 09:20) werden wir von einem TukTuk aufgesammelt. Wir bekommen ein Dry-Pack und fahren zu einer 30 Minuten entfernten Hoehle. Wir sind eine bunte Mischung junger Leute und treffen 2 Villacherinnen!

Der erste Stopp: Caveing! Sprich, wir nehmen einen Tube (Reifen) und paddeln und die Hoehle rein. Saukaltes Wasser aber durchs paddeln wird uns erstmal warm πŸ™‚ Es geht rund 200 Meter in den Berg hinein. Danach erwartet uns schon das Mittagessen (geniales BBQ!) und wir fahren zum Tubing Startpunkt.

Zum Glueck ist es sonnig und wirklich warm, sonst erfrierst πŸ™‚ Wir legen uns in den Reifen und lassen uns flussabwaerts treiben. Wir stoppen bei der 3. Bar. Jede Bar versucht natuerlich moeglichst attraktiv zu sein, um mit der Konkurrenz mithalten zu koennen. Es gibt zwar “nur” 6 oder 7 davon aber nun.. Geschaeft ist halt nur bis es kalt wird. Und wie schaut jetzt “Unterhaltung” aus? Z.B. sowas hier:

[flash http://gallery.tzis.net/pictures/2008_2009_Weltreise/30_Vang_Vieng/MVI_2476.flv w=640 h=480]

Kurz: geil πŸ™‚

Wir stoppen bei noch einer Bar und schaffen es kurz vor halb 6 (da ists dann schon richtig kalt) wieder zurueck nach Vang Vieng.

Wie gehts weiter? Wir werden am 14.12 mit dem Overnight-Sleeper-Bus nach Pakse fahren. Und dann? Schau ma mal… πŸ™‚

Phonesavan und die Plain of Jars

Phonesavan und die Plain of Jars

(Alle Bilder unter: http://gallery.tzis.net/index.php?folder=/2008_2009_Weltreise/29_Phonesavan_and_Plain_of_Jars/ )

Von Luang Prabang (LP) nach Phonesavan sind es gut 250KM aber gut 6 1/2 Stunden Fahrzeit. Wir organsieren uns einen “VIP Minibus” von LP nach Phonesavan fuer 125.000 KIP (11EUR). Zwar teurer als der Public Bus aber auch – angeblich – beqeuemer und schneller. Mal sehen πŸ™‚

Sowieso hat sich in Laos, neben dem oeffentlichen Busnetz, ein zweites, in privater Hand befindliches, “VIP”, “Minibus”, “Van” etc. Netz entwickelt. Dieses Netz bringt den zahlungsfaehigen (und willigen) Touristen abgeschottet von der lokalen Bevoelkerung (und deren Transportguetern wie Schweine, Ziegen, Huehner, Essen, schreienden Kindern) zu den jeweiligen Destinationen.

Beispiele?

Von Huay Xai aus kann man beqeum per Bus nach LP, Vientiane, Vang Vieng, Luang Nam Tha etc. kommen.

LP nach Vang Vieng, Vientiane, Pakse (und alles was am Weg liegt), Phonesavan, Vietnam, etc…

Von Vang Vieng und Vientiane kommst sowieso ueberall hin. Sogar direkt nach Vietnam (Hanoi, Hue, Saigon), Bangkok und Chiang Mai, Cambodia (da waer interessant ob sogar bis direkt nach Siem Reap)… etc. und eben alle groszen laotischen Staedte.

Preise sind teilweise deutlich hoeher als wenn man es “do it yourself” mit Oeffis macht. Aber eben auch sorgenfreier (stressfreier, beqeumer, etc.) Von Vang Vieng nach Pakse kommt man um 250.000 KIP, von Vang Vieng nach Cambodia um 330.000 KIP. Im Sleeper Bus ueber Nacht.

Aber weiter in der Story, wir auf dem Weg in so einem privaten Minibus nach Phonesavan. Warum eigentlich den totalen Umweg ueber Phonesavan (PS) wenn wir eigentlich nach Sueden wollen (Vang Vieng, Vietiane)? Nun, PS ist beruehmt. In zweierlei Hinsicht, einmal super-toll (Plain of Jars) und einmal sehr traurig (eines der meist bombadiertesten Gebiete der Welt).

Zuerst zum Traurigen Teil der Geschichte. Die Amis haben damals im Vietnamkrieg neben Vietnam auch Laos bombardiert. Die Gruende: einerseits Ho Chi Minh aufhalten (ein Teil des Ho Chi Minh Pfads fuehrt durch Laos, aber mehr suedlich) und andererseits – wurde uns erzaehlt – Bomber die Vietnam nicht sicher erreichen konnten haben einfach die Bomben ueber Laos abgeworfen (um sicher landen zu koennen). Neben “kleinen” Clusterbomben sind auch richtig dicke Dinger runtergekommen. Beispiele:

Dummerweise sind viele dieser Bomben (rund 30%) nicht explodiert, und so liegen sie auch heute noch in der Erde. Damit ist dieses Kapitel noch immer nicht abgeschlossen. Diese UXO (UneXploded Ordiances) verursachen heuer noch eine Menge Todesopfer. Man schaetzt, dass Amerika in den wenigen Jahren zwischen 1964 und 1973 rund 2 Millionen Tonnen Bomben ueber Laos abgeworfen hat. Kosten: ca. 2.2 Millionen USD pro Tag! Somit ist Laos, traurigerweise, das am meisten zerbombte Land der Welt.

Wo findet man UXO? Ueberall. Ein “Ueberlebensregel” ist: niemals einen ausgetretenen Pfad verlassen. (Es koennte dein letzter Gang zum Klo-Baum gewesen sein…) Beim Wandern blaue Tueten nicht aufheben, denn sie markieren gefundene aber noch nicht entfernte Bomben.

Die groteske Seite dieser Geschichte? Das angeblich beste BBQ gibts ueber dem Feuer eines – aus einer Clusterbombe gebauten – Grills. Vasen und Kerzenhalter werden aus Teilen von kleinen Bomben gebaut und als Tuersteher kann schon mal eine 750lbs Bombe dienen. Solche “Souveniers” findet man oft in PS…

Der zweite – bessere Grund – ist Phonesavan wegen seinen Plain of Jars zu besuchen. Diese Plain of Jars bestehen bisher aus 3 zugaenglichen Sites. Angeblich gibt es nicht viel mehr… Im Prinzip sind es Tontoepfe die auf Feldern herumstehen. Kein richtiger Ton, nein, sondern Sandstein. Warum die dort in der Gegen herumstehen? Nun, es gibt viele Theorien … aber keine gesicherte Erkentnis.

So, wir brechen also um 08:30 von LP nach PS auf. Wir werden – wie immer fast puenktlich – von unserem Guesthouse abgeholt. Es geht ab in die Berge. Immer weiter rauf und irgendwann fahren wir nur mehr am Bergkamm (bzw. knapp darunter) dahin. Das geht fuer fast 3 Stunden so, bis ploetzlich der Fahrer stehen bleibt und irgendwas in der Motorhaube herummurksen anfaengt. Ich sehe das Oel heruntertropft (woher auch immer) und der Fahrer bemueht sich in die naechste Stadt zu kommen. Wahrend dieses ungeplanten Zwischenstopps, holt uns ein Radfahrer ein den wir ein paar Kilometer zuvor ueberholt haben. Er haelt an, und beginnt mit uns zu quatschen. Schau schau, von Chiang Mai ueber Luang Prabang nach Vientiane. Sein Alter: 66 Jahre! Das beeindruckt und erinnert uns das wir etwas unsportlich sind…

In der naechsten Stadt angelangt (Knotenpunkt, wo die Strasse nach Vientiane abzweigt), organisiert er sich einen Mechaniker der ihm hilft. Es scheint, dass die Servolenkung undicht ist. Da sie es nicht schaffen diese zu reparieren wechseln wir den Minibus. Unglaublich, aber innerhalb von 30 Minuten ist Ersatz da und weiter gehts! Noch 2 weitere Stunden fahren wir durch die Berge. Die Strasse ist fuer laotische Verhaeltnisse “brandneu” und “bestens befahrbar”. Nun, bei uns daheim … πŸ˜‰ (So ca. die Strasse wie auf den Pogusch rauf nur eben fuer 5-6 Stunden). Conny schlaeft wunderbar die ganze Zeit und so wird ihr diesmal gar nicht uebel… πŸ™‚ Kurz vor PS (ca. 60km) beginnt die Strasse bergab zu verlaufen. Ich bin mir nicht sicher, aber die Strasse (Route 13) verlaeuft die meiste Zeit so auf 1400 bis 1800 Hoehenmeter. Wow! Dementsprechend SUPER auch die Aussicht!

Gegen 16:00 erreichen wir Phonesavan. Wie ueblich: wo uebernachten wir? Also, auf Guesthouse suchen. Das erst beste (Sabaidee GH, in ruhiger Lage) findet Conny toll, der Preis stimmt auch und die Besitzerin ist nett. 50.000 KIP zahlen wir pro Nacht, was ok ist. Dann organisieren wir uns eine Tour zu den Plain of Jars inkl. Guide. Das GH will 150.000 KIP, wir sehen ein Angebot fuer 170.000 KIP (was alles in allem recht guenstig ist) aber den Vogel schoss “Diethelm Travel Laos” ab: wir schaun uns seine Tafel an, der Salesagent kommt grad ueber die Strasse und fragt uns ob wir interessiert seien. Wir fragen, wie immer, erstmal nach dem Preis und er meint: 110.000 KIP. Ui, das ist ja guenstig πŸ™‚ Wir schaun erstmal weiter, kommen nach einem weiteren Besuch bei einem Travelagent wieder und buchen. Diesmal tut er etwas “tuschelig” und wir bemerken 2 Franzosen die dieselbe Tour buchen wollen. Gut, wir wollen ihm ja nicht sein Geschaeft stoeren und halten den Preis unter “Verschluss”. So bezahlen wir und weiter gehts Richtung Abendessen πŸ™‚

Tipp: Craters Restaurant ist zwar etwas teurer, aber echt gut!

Am naechsten Morgen werden wir – laotische Gewohntheit, fast puenktlich – abgeholt. Fast heiszt: Pickuptime (ausgemacht) + 30 Minuten (!!). Aber wir sinds ja gewohnt… πŸ™‚ Wir sind randvoll, und der Guide und ich teilen uns einen Platz im Van. Lots of people! Auf dem Weg zur ersten Site machen wir einen Stopp beim Touristoffice, um etwas ueber den Krieg hier zu erfahren. Den Vorplatz zieren eine Unmenge von ausgebuddelten Relikten:

Eine Stunde spaeter erreichen die erste Site.

Und auf dem Weg zur 2. Site machen wir einen Zwischenstopp in einem Hmong Dorf, wo gerade ein “Hochzeitswerben” stattfindet:

Ziel: Der Mann sucht sich eine Frau aus, dann werfen sie sich die Baelle zu (3 Wochen lang!). Waehrend der Zeit reden sie. Wenn die Frau interessant genug fuer den Mann ist, dann kommt er wieder. Ansonst “probiert” er eine andere aus. Die effiziente Variante: man macht das mit 2 Frauen zugleich! πŸ™‚ Und noch 2 Regeln: laesst die Frau den Ball oefters (absichtlich) fallen, dann heiszt dass fuer den Mann er soll abhaun… laesst der Mann (unabsichtlich) den Ball fallen, darf er eine Runde singen. Somit wird das ganze Spiel noch viel lustiger πŸ™‚

Nun, nach diesem interessanten Ritual gehts ab zur Site 2 und Site 3.

Ein letzter Zwischenstopp bei einem Kriegsrelikt:

(Sowetischer Panzer, heute Huehnerstall)

Und wir werden wieder in PS abgesetzt. Die Tour war cool! Warum ich vorhin die Preise erzaehlt habe? Nun, im Laufe des Tages haben wir erfahren was andere so auslegen duerfen: die Franzosen haben fuer die selbe Tour 200.000 KIP bezahlt. Andere in unserem Van zwischen 130.000, 160.000 und 170.000 KIP. Huebsche Spanne, nicht? Warum wir den Hammerpeis erhalten haben? Keine Ahnung, aber Glueck gehabt πŸ™‚

Wiedereinmal haben wir bei einer Tour eine Menge Leute kennengelernt. Mit einem Hollaender haben wir viel gequatscht, ebenso mit einer Franzoesin und einer Muenchnerin (aber nur Englisch πŸ˜‰ ) und so trifft man sich – PS ist ein Kaff – bei Craters am Abend wieder und lustig wars! Mit von der Partie war ein recht sonderbarer, junger Vorarlberger, der von Thailand mit dem Fahrrad nach Laos gefahren ist. Wohnt im selben Guesthouse wie wir, war aber irgendwie schockiert wie wir mit ihm Deutsch reden wollten… (hrm..)

Wir haben auszerdem unser Busticket (“VIP Bus”) nach Vang Vieng organisiert, so wie auch 2 Australier die ebenfalls bei unserer Tour mitwaren. Die beiden sind cool: beide in Pension, um die 65 herum, sie mit einem Stock unterwegs aber hauptsaechlich am Reisen. In Nordlaos haben sie u.a. die Gibbon Experience (Tipp!) mitgemacht und in Vang Vieng werden wir sie beim “Tubing” wiedersehen πŸ™‚

Also, unser Plan:

12.12, 13.12: Vang Vieng

14.12: ab nach Pakse!